Anaphylaxie
Anaphylaktische Reaktionen gehören zu den dramatischsten und potenziell lebensbedrohlichen Komplikationen im klinischen Alltag, auch in der Radiologie. Die sofortige intramuskuläre Gabe von Adrenalin ist gemäss internationalen Leitlinien der entscheidende erste Schritt zur akuten Therapie und zum Überleben der Patient:innen. Doch wie gut sind wir tatsächlich auf diesen Ernstfall vorbereitet?
Im Rahmen eines nationalen Innovationsprojekts wurde zwischen Januar und Juni 2023 untersucht, ob Ärztinnen und Ärzte in Radiologie, Innerer Medizin und Anästhesiologie schwere anaphylaktische Reaktionen auf Kontrastmittel korrekt erkennen und behandeln können. Insgesamt wurden 95 Ärztinnen und Ärzte in europäischen Kliniken befragt und anhand eines realistischen Videofalls evaluiert.
Ergebnisse auf einen Blick:
- Alle Teilnehmenden (100 %) stellten die richtige Diagnose.
- Zwei Drittel (66 %) waren jedoch unsicher bezüglich der korrekten Ersttherapie mit Adrenalin.
- Rund 68 % hatten Schwierigkeiten, den Adrenalin-Autoinjektor korrekt zu bedienen. Eine grössere Anzahl verletzte sich selbst durch Injektion des Injektors in den eigenene Daumen oder konnte den EpiPen nicht richtig anwenden, was potentiell patientengefährdend war.
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Weiterführende Informationen
Severe anaphylactic reaction to contrast agent: teams are well prepared but should simulate the situations regularly
Karl-Christian Pape, MD, Matthias Meissnitzer, MD, Zoe Strüby, MSc, Thomas Sartoretti, MSc, Dorothee Harder, MD, Simon Matoori, PhD, Johannes M. Froehlich, PhD, Sebastian Schindera, MD, Simin Laures, MD, Christophe Hälg, MD, Klaus Hergan, MD, Stefan Hecht, MD, Christoph Konrad, MD, Oliver Hausmann, MD, Jochen Elfgen, MD, Arash Najafi, PhD, Rasmus Bech-Hohenberger, MSc, Dow Mu Koh, PhD, Andreas Gutzeit, MD
BJR, 2025, 00, 1-7
Leitlinien für die Ersttherapie akuter unerwünschter Wirkungen für alle Kontrastmittel bei Erwachsenen