Newsletter 2016.6 – zur aktuellen Tarif-Entwicklung
Geschätzte Mitglieder der SGR-SSR,
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Aus aktuellem Anlass möchten wir Sie über einige wichtige Entwicklungen im Bereich der ambulanten Radiologie-Tarife informieren.
Projekt „TARCO“ der FMH
In der Urabstimmung der FMH am 09. Juni 2016 hat die Mehrheit der FMH-Mitglieder den mit den Tarifpartnern entwickelten ambulanten Tarifvorschlag ats-tms abgelehnt.
Die Delegierten-Versammlung der FMH vom 07. September 2016 hat beschlossen, einen neuen Anlauf bei der Revision des Einzelleistungstarifs in Angriff zu nehmen. Zu diesem Zweck wird die FMH den interessierten Organisationen (Fachgesellschaften, Dachverbänden, usw.) einen Zusammenarbeitsvertrag aushandeln. Die Verhandlungen über den neuen Tarif werden 2017 stattfinden. Dieses Projekt wird intern als TARCO (TARMED Consensus) bezeichnet.
Mit dem Projekt „TARCO“ möchte die FMH eine erneute Tarifrevision lancieren mit breiter Unterstützung der Ärzteschaft. Im Zentrum steht nicht mehr eine kostenneutrale Revision, sondern eine gesetzeskonforme, betriebswirtschaftliche und sachgerechte Überarbeitung der ambulanten Tarifstruktur. Ziel ist eine aktualisierte Nomenklatur mit realistischen Minutagen.
Falls eine Fachgesellschaft dies als sinnvoll erachtet, können geeignete Leistungen mit Pauschalen abgebildet werden.
Die FMH hat sich zum Ziel gesetzt per 31. Dezember 2017 einen konsensfähigen, ambulanten Tarifvorschlag einzureichen.
Unabhängiges Vorgehen der Tarifpartner der FMH
Da die gemeinsame Tarifrevision gescheitert ist und kein von allen Tarifpartnern akzeptierter Tarif beim Bundesrat eingereicht werden kann, gehen die verschiedenen Tarifpartner eigene Wege.
H+ hat den von der FMH abgelehnten Tarif beim Bundesrat einseitig zur Genehmigung eingereicht. Unterstützt von H+ und einzelnen Versicherern führt die ats-tms AG, ohne Mitwirkung der FMH, Datenerhebungen an verschiedenen Spitälern durch. Verschiedene Radiologieinstitute und Spitaldirektionen wurden direkt kontaktiert mit der Aufforderung, Daten zu den radiologischen Untersuchungen anzugeben. Dazu zählen insbesondere persönliche Einschätzungen zu den Minutagen verschiedener radiologischer Untersuchungen.
Es ist zu vermuten, dass die Fragesteller aufgrund dieser punktuellen und subjektiven Datenerfassung die Tarife der Radiologie unter Ausschluss der Ärzteschaft anpassen möchten.
Die SGR-SSR weist dieses Vorgehen entschieden zurück. Die Schweizerische Gesellschaft für Radiologie ist der verantwortliche Partner zur Mitgestaltung der künftigen Tarife der Bildgebung. Sie ersucht alle Leiter der angefragten Röntgeninstitute und Spitäler, auf eine Weitergabe von den subjektiv eingeschätzten Minutagen zu verzichten und auf die SGR-SSR als verantwortlichen Tarifpartner zu verweisen. Diese unseriöse Datenerhebung tragen nicht dazu bei, den Aufwand der Radiologie korrekt abzubilden.
Die Schweizerische Gesellschaft für Radiologie setzt sich unverändert für aufwandgerechte Tarife ein. Produktivitätsfortschritte müssen in die Berechnungen miteinbezogen werden und zu sachgerechten Tarifanpassungen führen.
Weiteres Vorgehen
Der Vorstand der SGR-SSR hat an der Vorstandssitzung vom 08.09.2016 entschieden, weiterhin zweigleisig vorzugehen. Einerseits werden wir in Kooperation mit der Tarifunion für die Bildgebung Pauschaltarife entwickeln, andererseits werden wir das Angebot der FMH annehmen und in enger Zusammenarbeit mit der fmCh am neuen Tarifprojekt TARCO teilnehmen.
Wir bitten unsere Mitglieder eindringlich, von allen nicht mit unserer Gesellschaft abgesprochenen Aktionen im Bereich ambulante Tarife Abstand zu nehmen und die SGR-SSR bei der Weiterentwicklung der Tarife der Bildgebung zu unterstützen.
| Dr. Tarzis Jung Leiter Ressort Tarife, SGR-SSR | Prof. Dr. Dominik Weishaupt Präsident SGR-SSR |